PV-Anlage anmelden: Alles, was Du wissen musst

Liebäugelst Du damit, Deine PV-Anlage selber aufs Dach zu schrauben? Das hat definitiv seinen Reiz! Bevor Du im GreenSol-Shop shoppen gehst und Deine Werkzeuge in die Hand nimmst, gibt's da noch ein paar Formalitäten, die Du kennen solltest. Selber Hand anlegen – das gilt in diesem Fall nicht nur für das Installieren der Photovoltaikanlage auf Deinem Dach oder Balkon, sondern auch für die Anmeldungen. Richtig gehört: Jede kleine oder große Photovoltaikanlage muss offiziell bei verschiedenen Stellen gemeldet werden. Und das nicht nur, um lästige Briefe vom Amt zu vermeiden. Es gibt da ein paar Dinge, die Du wissen solltest ...


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Wir zeigen Dir hier, auf welche Formalitäten Du achten musst. So steht Deinem eigenen Strom nichts mehr im Wege!

Inhaltsverzeichnis

    Anmeldungen sind für Selbermacher wichtig

    Auch wenn Du handwerklich super begabt bist und die PV-Anlage mit links ohne Blick in die Bedienungsanleitung installierst – bei den Anmeldungen solltest Du Dich kurz mit dem Papierkram auseinandersetzen.

    Die Anmeldung Deiner PV-Anlage bei verschiedenen Stellen wie der Bundesnetzagentur oder beim Netzbetreiber stellt sicher, dass alle technischen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. So werden nicht nur Störungen im Stromnetz vermieden, sondern auch die Sicherheit der Anlage und aller, die früher oder später daran werkeln, gewährleistet.

    Und: Wer sich die Mühe macht, eine eigene PV-Anlage zu installieren, möchte auch von den finanziellen Vorteilen profitieren, oder? Ohne Anmeldung keine Einspeisevergütung. So einfach ist das. Daher: Etwas Zeit in die korrekte Anmeldung zu investieren, lohnt sich in jedem Fall!

    In Deutschland musst Du Deine PV-Anlage vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber anmelden. Das gilt sowohl für Anlagen, die ins öffentliche Netz einspeisen, als auch für solche, die nur für den Eigenverbrauch gedacht sind.

    Doch damit nicht genug: Wenn Du vorhast, von der Einspeisevergütung zu profitieren, muss Deine Anlage auch bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Hier gilt eine Frist von einem Monat oder 30 Tagen nach Inbetriebnahme.

    Gute Nachrichten für alle, die sich an die Fristen halten: In Deutschland sind die Anmeldungen bei der Bundesnetzagentur und beim Netzbetreiber grundsätzlich kostenfrei.

    Es gibt allerdings einen kleinen Haken. Je nach Region und Netzbetreiber können Bearbeitungsgebühren oder Kosten für den Netzanschluss entstehen, gerade wenn Änderungen am Netzanschlusspunkt notwendig sind. Es lohnt sich also, vorab beim lokalen Netzbetreiber nachzufragen.

    Wenn Deine Anlage über 30 kWp hat und Du weitere Anmeldungen beim Finanzamt, bei der Gemeinde und bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) vornehmen musst, fallen in der Regel auf jeden Fall einige Gebühren an, mindestens für die Gewerbeanmeldung. Diese variieren je nach Behörde und Region. In der Regel liegen sie zwischen 15-65 Euro.

    Ein Tipp: Manchmal bieten Städte oder Gemeinden eine Beratung rund um das Thema Photovoltaik an – hier kannst Du Dir Infos zu Kosten und Fristen einholen.

    Hier musst Du Deine PV-Anlage anmelden

    PV-Anlage gekauft und bereit zum Anschließen? Dann wird es jetzt höchste Zeit, sich auch um die Anmeldungen zu kümmern. Wir zeigen Dir Schritt für Schritt, wie Du die PV-Anlage an verschiedenen Stellen anmeldest.

    So klappt’s mit der Anmeldung der PV-Anlage beim Netzbetreiber:

    Der Netzbetreiber ist die erste Anlaufstelle. Er muss wissen, dass Du bald selbst erzeugten Strom ins Netz einspeisen möchtest. Schließlich muss sichergestellt werden, dass die technischen Voraussetzungen gegeben sind und alles reibungslos funktioniert. Wichtig ist, dass die Anlage so früh wie möglich angemeldet wird, da die Prüfung bis zu acht Wochen dauern kann – die Anmeldung ist übrigens komplett kostenlos.

    Kontaktaufnahme:

    Bevor Du mit der Installation beginnst, solltest Du Dich an Deinen Netzbetreiber wenden. Oft gibt es hierfür spezielle Formulare, die sogenannten „Netzanschlussanträge“.

    Technische Details:

    In diesem Antrag werden technische Details zur PV-Anlage, wie Leistung oder der genaue Installationsort, erfasst. Diese Daten findest Du im Datenblatt der Anlage.

    Bestätigung:

    Nach erfolgreicher Prüfung bekommst Du eine Rückmeldung und bestenfalls auch direkt das „OK“ für die Inbetriebnahme.

    Inbetriebnahme:

    Nach der Installation muss ein Elektrofachbetrieb die PV-Anlage abnehmen und die sogenannte „Inbetriebsetzungsanzeige“ ausfüllen – Selbermacher müssen hier ausnahmsweise jemand anderen an die Anlage lassen. Mit diesem ausgefüllten Dokument gehst Du wieder zum Netzbetreiber und zeigst, dass alles fachgerecht installiert wurde.

    Alles Wichtige zusammengefasst:

    • Anmeldefrist liegt theoretisch bei 30 Tagen
    • am besten so früh wie möglich anmelden, vor der Installation
    • Prüfung kann bis zu acht Wochen dauern
    • kostenlose Anmeldung
    • Netzanschlussantrag ausfüllen und abschicken
    • Inbetriebsetzungsanzeige des Elektrofachbetriebs an den Netzbetreiber schicken

    Anmeldung der PV-Anlage bei der Bundesnetzagentur

    Nachdem der Netzbetreiber alles abgesegnet hat, geht’s zur Bundesnetzagentur. Hier wird die Anlage kostenlos in das Marktstammdatenregister (MaStR) eingetragen, das als zentrales Register für den gesamten Strom- und Gasmarkt Deutschlands dient. Die Anmeldung innerhalb von 30 Tagen ist wichtig, damit Du keine Strafen zahlen musst und die Vergütung für den ins Netz eingespeisten Strom erhältst. Ohne Anmeldung erhältst Du kein Geld.

    Die Anmeldung der PV-Anlage bei der Bundesnetzagentur läuft wie folgt ab:

    Online-Portal:

    Die Anmeldung erfolgt in der Regel über das Online-Portal der Bundesnetzagentur. Dort legst Du einen Account an und meldest Deine Anlage zur Aufnahme ins Marktstammdatenregister an.

    Daten eingeben:

    Du gibst im Anmeldeprozess technischen Daten Deiner Anlage wie den Standort und die Nennleistung, den Inbetriebnahmezeitpunkt und weitere persönliche Daten an.

    Bestätigung:

    Nach erfolgreicher Prüfung erhältst Du eine Bestätigungs-E-Mail. Ab jetzt bist Du offiziell Teil des deutschen Stromnetzes!

    Alles Wichtige zusammengefasst:

    • Anmeldefrist liegt bei 30 Tagen
    • kostenlose Anmeldung
    • Registrierung über das Online-Portal

    Hilfestellung gibt es direkt von der Bundesnetzagentur

    Über 30 kWp sind weitere Anmeldungen nötig

    Wer mit seiner PV-Anlage in die Kategorie „Großanlage“ fällt, also über 30 kWp produziert, muss beim Anmeldeprozess noch einige weitere Schritte gehen. Dann gilt der Betrieb der Anlage vereinfacht gesagt nicht mehr als privat, sondern gewerblich.

    Du musst:

    • die Anlage dem Finanzamt melden
    • ein Gewerbe bei der zuständigen Kommune anmelden
    • Dich bei der IHK anmelden

    Wichtig: Diese Regelungen gelten nur für Anlagen, die nicht in unmittelbarer Nähe von Wohnungen, öffentlichen oder dem Gemeinwohl dienenden Gebäuden installiert werden.

    Ab einer Nennleistung von 30 kWp sieht das Finanzamt Deine PV-Anlage nicht mehr nur als Hobby, sondern als potenzielle Einkommensquelle.

    Dafür muss das zuständige Finanzamt kontaktiert werden – im Normalfall muss ein Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausgefüllt werden. Es besteht die Wahl zwischen Regelbesteuerung und der Kleinunternehmerregelung, wo die Umsatzsteuerpflicht entfällt. Ersteres ergibt jedoch in den meisten Fällen mehr Sinn.

    Tipp: Vergiss danach und während des Betriebs der Anlage nicht, die Einnahmen und Ausgaben rund um Deine PV-Anlage zu erfassen und später in der jährlichen Einkommensteuererklärung anzugeben.

    In diesem Zuge muss auch die Gewerbeanmeldung Deiner PV-Anlage erfolgen – ob die zwingend notwendig ist, wird teilweise von Gemeinde zu Gemeinde beziehungsweise Stadt zu Stadt anders entschieden. Grundsätzlich gilt: Gewerbesteuer wird sowieso erst ab einem Überschuss von 24.500 Euro jährlich fällig.

    Die Kosten für die Gewerbeanmeldung sind ortsabhängig und bewegen sich größtenteils im niedrigen zweistelligen Bereich zwischen 20 und 60 Euro. Übrigens: Bei der Anmeldefrist solltest Du nicht trödeln. Nach Inbetriebnahme der Anlage hast Du in der Regel ein bis zwei Wochen Zeit, das Gewerbe anzumelden – Du generierst schließlich sofort Strom und speist ihn ins Netz gegen eine Einspeisevergütung ein.

    Mit der möglichen Gewerbeanmeldung geht dann auch die Anmeldung bei der IHK einher. Hier zahlst du jährlich theoretisch ebenfalls kleinere Mitgliedsbeiträge – die sind allerdings bei einem verhältnismäßig kleinen Gewerbe nicht hoch.

    Im Gegenzug profitierst Du von den Leistungen der IHK – also Seminaren, Vorträgen, Ansprechpartnern zum Thema und so weiter. In der Regel kontaktiert Dich die IHK nach der Gewerbeanmeldung auf eigene Faust, Du musst also hier nichts weiter unternehmen.

    Was passiert, wenn Du vergisst, Deine PV-Anlage anzumelden?

    Rechtliche Konsequenzen

    Dann sind da noch die rechtlichen Konsequenzen. Es können gemäß § 95 EnWG Bußgelder verhängt werden, wenn die Anlage nicht ordnungsgemäß angemeldet ist.

    Zuletzt ist auch der steuerliche Aspekt nicht zu unterschätzen. Ohne korrekte Anmeldung beim Finanzamt und bei der Gemeinde könnte es sein, dass Du irgendwann Steuern nachzahlen musst.

    Bedeutet zusammengefasst: Auch wenn der Papierkram für viele Selbermacher etwas nervraubend sein mag – die Konsequenzen sind es definitiv nicht wert. Also, melde lieber alles korrekt an, lehne Dich dann entspannt zurück und genieße sorgenfrei den selbst erzeugten Solarstrom!

    Keine Vergütung

    Zunächst gilt: Der Netzbetreiber könnte Deine Anlage theoretisch vom Netz nehmen, das passiert aber in der Regel nicht. Was aber passiert: Dir entgehen die Vergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Für nicht angemeldete PV-Anlagen gibt es keinen einzigen Cent für den eingespeisten Strom. Erst mit erbrachtem Nachweis ist der Netzbetreiber zur Zahlung verpflichtet.

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